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100-BeerenprobeBei der 100-Beerenprobe wird die Parzelle eines Weinberges abgeschritten und so von Hand 100 Trauben-Beeren gesammelt. Diese werden anschliessend zerstossen und der so entstandene Most mit dem Refraktometer auf den Zuckergehalt hin untersucht. Diese Probe hilft die Reifeentwicklung zu verfolgen und ist einer der Faktoren zur Bestimmung des Lesezeitpunktes.
AbbeerenUnter Abbeeren oder Entrappen der Trauben versteht man das Abtrennen der Beeren von den Kämmen (Rappen) und Stielen. Dies erledigt das rotierende Schlagwerk der Abbeermaschine, welche als nächsten Arbeitsschritt die Trauben oftmals noch anquetscht ohne dabei die Traubenkerne zu verletzen. Für die Weinbereitung werden die Trauben meist abgebeert, da das Traubengerüst während dem Pressvorgang oder in der Maische krautige, grünliche und bittere Stoffe abgeben kann.
AbzugDer Abzug oder Abstich ist ein kellertechnisches Verfahren, bei dem der geklärte Wein vom Bodensatz (toten Hefezellen, ungelösten Teile von Fruchtfleisch und Traubenschale, Trubstoffen) getrennt wird. Dabei wird der Wein über den Klarablauf des Tanks in einen anderen Tank abgepumpt. Man spricht vom ersten Abstich (Grobhefe) gleich nach der Gärung und vom zweiten Abstich (Feinhefe) nach der ersten Winterkälte, nachdem der erste Weinstein ausgefällt wurde.
AdstringenzUnter Adstringenz (von lateinisch adstringere = zusammenziehen) wird die charakteristisch raue, pelzige Note von Trockenheit verstanden, welche ein Rotwein im Gaumen aufweisen kann.
Alkoholische GärungZucker --> Alkohol + Kohlenstoffdioxid + Energie + Gärungsnebenprodukte
C6H12O6 --> 2 C2H5OH + 2 CO2 + Wärme + 400 bis 500 Substanzen
180 g 2 x 46 g 2 x 44 g
Die alkoholische Gärung (= Ethanol-Gärung = Ethanolische Gärung) ist ein biochemischer Prozess, bei dem Kohlenhydrate, hauptsächlich Glucose, zu Ethanol («Trinkalkohol») und Kohlenstoffdioxid abgebaut werden.
AllierAllier ist ein französisches Département in Mittelfrankreich. Allier-Eiche stammt aus diesem Gebiet und wird wegen der Qualität und dem Vanille-Geschmack oft für den Fassbau verwendet.
ÄpfelsäureDie beiden wichtigsten Säuren im Jungwein sind die Weinsäure und die Äpfelsäure. Letztere kann durch Milchsäurebakterien in Milchsäure umgewandelt werden, was beim biologischen Säureabbau geschieht. Die Äpfelsäure ist für die Reife des Mostes und für die Beurteilung des biologischen Säureabbaus von Bedeutung.
AssemblageUnter Assemblage wird das Verschneiden von Wein verstanden. Dabei können je nach Weingebiet und -gesetz Weine verschiedener Jahrgänge, Rebsorten und Weinberglagen zusammengemischt werden. Das dadurch entstandene Resultat nennt sich Cuvée, je nach Land wird dafür ebenfalls der Begriff Assemblage verwendet.
Barrique
Bâtonnage
Biologischer SäureabbauÄpfelsäure --> Milchsäure + Kohlendioxid + Nebenprodukte
1 g --> 0.66 g + 0.34 g
Beim Vorgang des biologischen Säureabbaus (auch malolaktische Gärung oder zweite Gärung genannt) wird die Äpfelsäure durch Milchsäurebakterien (in der Regel durch Leuconostoc oenos) in Milchsäure und Kohlendioxid umgewandelt. Praktisch nimmt beim Abbau von 1 g/l Äpfelsäure die titrierbare Gesamtsäure um 0.5 g/l ab (als Weinsäure berechnet). Durch den biologischen Säureabbau wird der Wein degustativ verändert, das heisst er wird milder im Geschmack, das Bouquet erhält zusätzliche Nuancen. Diese Veränderung wird bei der Weissweinbereitung manchmal absichtlich verhindert, um die vorhandenen Primäraromen nicht zu verändern. Damit der biologische Säureabbau reibungslos ablaufen kann, muss der Jungwein folgendes erfüllen:
Der BSA hat folgende Auswirkungen auf den Wein:
Botrytis (Edelfäule)Botrytis cinerea, auch Graufäule, Grauschimmel oder Edelfäulepilz genannt, ist ein Schimmelpilz. Bei reifen Beeren kann es bei trockenem Tageswetter, aber bei feucht-nebligen Nächten, zu einem Botrytisbefall kommen. Durch den Pilzbefall wird die Wasserverdunstung an den Trauben verstärkt. Es kommt zu einer Erhöhung des Zuckergehaltes und Veränderung der Geschmacksstoffe.
Chaptalisierung
Clinitest
DoppelstreckerDer Doppelstrecker (Flachbogen) ist ein Erziehungssystem für Reben. Dabei werden zwei kleinere Tragruten, eine links und eine rechts vom Stock, gestreckt auf den Bindedraht gebunden.
EbulliometerDas Ebulliometer dient zur Bestimmung des Alkoholgehaltes in Weinen nach Dujardin-Salléron. Das Gerät ist rur für zuckerarme Getränke bis 14 Vol. % Alkohol geeignet. Seine Einrichtung beruht darauf, dass der Siedepunkt alkoholischer Flüssigkeiten ihrem Alkoholgehalt entspricht. Je mehr Alkohol die Flüssigkeit enthält, desto mehr nähert sich ihr Siedepunkt dem des Alkohols (bei 78 °C) an. Je höher der Wassergehalt, desto näher liegt ihr Siedepunkt bei 100 °C.
Echter MehltauEchter Mehltau oder Oidium ist eine Pilzkrankheit, die verschiedene Teile der Rebe befallen kann. Er äussert sich auf dem einjährigen Rebholz durch rotbraune bis bräunlich violette, unregelmässig verzweigte Flecken. Auf sämtlichen grünen Rebteilen zeigt er sich als grauweisser, mehliger Belag. Bereits 10-20% von mit echtem Mehltau befallenen Beeren kann im Wein negative Geruchs- und Geschmacksnoten wie Mäuseln, Schimmelton, muffiger Ton verursachen. Beim Befall von grösseren Beeren verursacht der echte Mehltau ein Platzen der Beeren, sodass die Kerne sichtbar werden --> Samenbruch. Der echte Mehltau muss möglichst vorbeugend mit Fungiziden bekämpft werden.
Eichenfass
EinbrandUnter Einbrand wird die Gabe von schwefliger Säure zum Wein verstanden, was eine chemische und mikrobiologische Stabilisierung zum Ziel hat. Eine Gabe von 1 dl schweflige Säure (5%) auf 1 hl Wein ergibt einen Einbrand von 50 mg/l.
EinbrennenEinbrennen nennt sich das Verbrennen von Schwefelschnitten zur Trockenkonservierung von Holzfässern. Mit diesem Verfahren können leere Holzfässer einige Monate gelagert werden.
Einfachstrecker
EntsäuernDie einfachste Art der Entsäuerung für einen Wein ist die Zugabe von Calciumcarbonat oder Kaliumhydrogencarbonat. Dabei gilt die Regel 67 g der Substanzen vermindert die titrierbare Gesamtsäure eines Weines um ein Gramm pro Liter. Reaktionspartner dabei ist die Weinsäure. Eine weitere Möglichkeit ist die Doppelsalzentsäuerung.
EntschleimungUnter Entschleimung oder Klärung wird das Entfernen von Trubstoffen im Weissweinmost, Federweiss-/Rosé-Most und maischeerwärmtem Most verstanden. Dabei wird zwischen der statischen Entschleimen, Absetzenlassen, und dem dynamischen Entschleimen unterschieden, wobei der Most zentrifugiert wird. Bei der statischen Entschleimung kann durch Zugabe von pektinspaltenden Enzymen (Pektinasen) die Absetzgeschwindigkeit des Trubes erhöht werden.
ErziehungssystemAls Erziehungssystem der Reben wird im Weinbau die Art des Ausrichtens und der Befestigung der Reben bezeichnet, welches von wesentlicher Bedeutung für die Qualität des späteren Weins ist. In der Deutschschweiz wird hauptsächlich die Spalierdrahtrahmenerziehung eingesetzt, in der Westschweiz hingegen trifft man oft auf die Gobeleterziehung, wobei die Reben freistehend (ohne Drähte, Rahmen oder Ähnliches) in Buschform so an alleinstehenden Pfählen hochgebunden werden, dass eine «Becherform» entsteht. Gobelet bedeutet auf französisch Becher oder Pokal.
Esca
EssigsäureAusgangspunkt für Essigsäure im Wein sind Essigsäure-Bakterien, die sich bereits auf verletzten oder aufgesprungenen Weintrauben im Weinberg bilden und so in den Most gelangen können. Diese Bakterien bilden über das Zwischenprodukt Acetaldehyd aus Alkohol die Essigsäure. Unvollständig befüllte Weinbehälter begünstigen durch Sauerstoff-Einfluss den Vorgang der Essigsäure-Bildung. Essigsäure kann von einem auf diesen Stoff sensiblen Degustator ab cirka 0.5 g/l erkannt werden.
EthanolEthanol oder Trinkalkohol ist eines der Produkte aus der alkoholischen Gärung.
ExtraktionUnter Extraktion wird das Herauslösen von Farb- und Gerbstoffen aus der Maische verstanden.
FalldruckBeim Falldruck wird die Höhendifferenz ausgenutzt, sprich Flüssigkeiten können ohne Pumpe nur über einen Schlauch vom höher gelegenen Behälter in den tieferen fliessen.
Falscher MehltauDie Krankheit falscher Mehltau oder Peronospora wurde im 1878 aus Nordamerika nach Südfrankreich eingeschleppt. Der Befall von Reblaub mit falschem Mehltau äussert sich durch helle, ölige Flecken im Inneren der Blattoberseite sowie einem schneeweissen Pilzrasen auf der Blattunterseite. Stärker befallene Blätter vertrocknen und fallen nach einiger Zeit ab. Auch Gescheine und Beeren können befallen werden. Durch Peronosporabefall kann es, wenn bei anhaltend feuchter Witterung die Rebe nicht rechtzeitig mit Fungiziden geschützt wird, zu sehr starkem Blatt- und Traubenbefall und damit zu schweren Ertragseinbussen kommen.
FeinhefeAls Feinhefe wird die nach dem Abzug des Weines von der Grobhefe verbleibende Hefe bezeichnet. Sie bleibt oftmals noch für mehrere Monate im Wein und wird von Zeit zu Zeit aufgerührt --> Bâtonage. Hefen im vergorenen Wein üben auf diesen eine reduktive Wirkung aus.
Freie schweflige SäureAls freie schweflige Säure wird die schweflige Säure bezeichnet, die noch nicht in gebundener Form vorliegt. Sie ist die aktive Form der schwefligen Säure. Elementarer Schwefel (S) wird bei der Verbrennung zu SO2-Gas, welches in Wasser eingeleitet schweflige Säure (H2SO3) ergibt. Die schweflige Säure hat folgende Aufgaben im Most/Wein:
FungizidEin Fungizid ist ein chemischer oder biologischer Wirkstoff, der Pilze oder ihre Sporen abtötet oder ihr Wachstum für die Zeit seiner Wirksamkeit verhindert.
GäraromenGäraromen oder Sekundäraromen sind Aromen, die bei der Gärung entstanden sind. Alkohole, Säuren, Ester und Aldehyde sind die Träger dieser Aromen.
GärpfeifeEine Gärpfeife oder Gärspund ist ein aus Glas oder Kunststoff bestehendes in der Regel doppelt U-förmig gebogenes Rohr auf einem gelochten Korken oder Gummistopfen. Dieses verschliesst die Öffnung des Fasses oder Tanks so, dass während des Gärprozesses zwar das freigesetzte Kohlenstoffdioxid aus dem Behälter entweichen kann, gleichzeitig aber keine Luft bzw. Sauerstoff von aussen eindringt.
GerbstoffeDie Gerbstoffe oder Tannine befinden sich vor allem in den Zellen der Traubenhaut aber auch die Kerne und das Stielgerüst enthalten Gerbstoffe. Tannine können aber auch durch den Ausbau im Barrique in den Wein gelangen, dieser Eintrag ist jedoch quantitativ viel geringer als derjenige, der durch die Extraktion der Maische erreicht wird. Gerbstoffe können bei schweren Rotweinen als rauhes, pelziges Mundgefühl wahrgenommen werden.
GesamtsäureAls Säure wird ein Stoff bezeichnet, der nach Zugabe zu Wasser (pH-Wert des Wassers 7) Protonen (H+) an die Wassermoleküle unter der Bildung von H3O+ Ionen abgibt. Unter Gesamtsäure wird die Summe aller Säuren im Wein verstanden.
GescheinTraubenförmiger Blütenstand (lateinisch Infloreszenz = Blütenstand) am Rebstock aus 100 bis 600 Einzelblüten (die späteren Beeren), aus dem nach der Blüte die Weintraube entsteht. Die Reben der europäischen Edelsorten besitzen meist Zwitterblüten sprich sie können sich selbst bestäuben. Daher ist während der Zeit der Blüte schönes Wetter (kein Regen) sehr wichtig, da es sonst zu Verrieselung und somit weniger Ertrag kommt.
GitterboxEine Gitterbox ist ein aus einer Stahlrahmen-Gitter-Konstruktion mit einem Paletten-Boden bestehendes Lade- oder Lagerhilfsmittel, in welchem oft abgefüllte aber unetikettierte und unverpackte Flaschen gelagert werden.
Glasrecycling
GlycerinGlycerin ist ein dreiwertiger Alkohol, der farb- und geruchlos ist jedoch süsslich schmeckt. Glycerin macht einen Wein rund und breit. Der Gehalt an Glycerin ist vor allem in aus edelfaulem Traubengut hergestellten Weinen hoch.
GrobhefeDie Grobhefe oder Hefetrub ist der Teil der Hefe, der nach der Gärung innerhalb von wenigen Tagen auf den Boden des Gärgefässes sinkt. Oftmals wird der Jungwein rasch von der Grobhefe abgezogen.
GrobtrubDer Grobtrub ist der Teil von Trub, der im Fass oder Tank innerhalb von wenigen Stunden oder Tagen an den Bodes des Gefässes absinkt. Diesen Prozess nutzt man beim Entschleimen von Mosten.
HefeHefen sind Pilze. In der Weinbereitung kommt für die Vergärung des Mostes in vielen Weingebieten die echte Weinhefe zum Einsatz. Diese speziell ausgewählten und gezüchteten Hefen (meist Saccharomyces-Arten) werden in Form von Reinhefepräparaten verwendet. Hefen dieser Gattung kommen aber auch natürlicherweise auf den Trauben vor. Echte Weinhefen erfüllen folgende Ansprüche:
ImpfenUnter Impfen oder Beimpfen wird die Zugabe von Hefe zu einem Most verstanden.
InterspezifischUnter interspezifischen Sorten versteht man pilzwiderstandsfähige (oftmals nur Teilresistenz) Rebsorten. Der Beginn der Züchtung solcher Reben geht bis zur Einschleppung der Reblaus und der Peronospora (falscher Mehltau) aus Amerika, Ende des 18. Jahrhunderts zurück.
Kaltstandzeit (Macération préfermentation à froid)Die Kaltsandzeit oder Kaltmazeration vor der Gärung (mazerieren von lateinisch macerare/einweichen) ist ein speziell im Burgund übliches Verfahren, um aus hochwertigem Traubengut die wertbestimmenden Inhaltsstoffe möglichst optimal zu extrahieren. Der Effekt der Kaltstandzeit ist ein enzymatischer Aufschluss der Traubenschale und des Fruchtfleisches. Dadurch werden wichtige Aromavorstufen, Farb-Pigmente und Tannine sowie Stickstoffverbindungen und Mineralstoffe extrahiert.
KältestabilisierungKaliumhydrogentartrat (Weinstein) fällt aus (Auskristallisierung), wenn ein Überschuss der Bindungspartner Weinsäure und Kalium im Wein vorliegt. Alkoholgehalt und Temperatur beeinflussen den Ausfall hauptsächlich. Die Stabilisierung der Weine erfolgt durch Kältebehandlung während einer bestimmten Zeit meist im Anschluss an den BSA (biologischer Säureabbau).
Kämme
KlonUnter einem Klon versteht man jenes Rebenmaterial, welches nachweislich von einem einzigen Rebstock (Elitestock) durch vegetative Vermehrung erzeugt wird.
KokkenKokken bilden unerwünschte Stoffe wie Diacetyl (riecht nach Butter) oder Histamin, ein Stoff der bei vielen Leuten schon in geringsten Konzentrationen Kopfweh verursacht. Bei starker Vermehrung kann der Wein lind (ölig) werden.
MaischeDie Maische ist das Gemisch aus Most und den festen Bestandteilen der Weintraube.
MäuselnDas Mäuseln ist ein seltener Weinfehler, ein unangenehmer bis widerlicher Ton, der an Ammoniak und den Geruch von Mäuseharn erinnert. Im sehr heissen Jahrgang 2003 erhöhte sich die Fehlerrate durch Mäuseln sprungartig. Das Problem kann dann auftreten, wenn die Weine nur niedrige Säurewerte aufweisen oder wenn nicht ausreichend aktive Schwefelung vorliegt.
Meister«Meischter» ausgesprochen, eine Figur, die auf jedem anständigen Weingut zu finden ist, für uneingeweihte womöglich unter dem Begriff Chef geläufig. Meistens verfügen sie über die folgenden Eigenschaften, die wohl besser als Eigenheiten betitelt werden sollten:
MikroorganismenMikroorganismen sind mikroskopisch kleine Organismen mit eigenem Stoffwechsel (ausgenommen Viren), die als einzelne Individuen mit blossem Auge in der Regel nicht zu erkennen sind. Mikroorganismen im Wein können zum Beispiel sein: Hefen, Brettanomyces bruxellensis, Milchsäurebakterien, Essigsäurebakterien
MilchsäureDie Milchsäure kommt vor allem in Joghurt, sauren Gurken und Sauerkraut vor und ist im pflanzlichen, tierischen und menschlichen Stoffwechsel sehr wichtig. Im Wein sie in einer Menge von cirka 0,8 bis 3,3 g/l enthalten. In kleinen Mengen wird sie als Nebenprodukt der alkoholischen Gärung erzeugt. Hauptsächlich entsteht sie jedoch bei der malolaktischen Gärung durch die von Milchsäure-Bakterien erfolgende Umwandlung von Apfelsäure.
Mostkonzentrierung
MostausbeuteUnter Mostausbeute wird der Prozentsatz an Saft verstanden, welcher durch das Abpressen aus der Maische gewonnen werden konnte. Je nach Traubensorte, Jahrgang, Presse und vorgängiger Bearbeitung der Trauben/Maische liegt die Mostausbeute bei 70-85%.
OechslegradGrad Oechsle ist eine Masseinheit für das Mostgewicht des Traubenmostes. Sie ist nach ihrem Erfinder, dem Pforzheimer Mechaniker Ferdinand Oechsle, benannt. Als Faustregel gilt: gemessener Oechsle-Wert x 2 = Zuckergehalt in g/l. In anderen Ländern als der Schweiz gebräuchliche Masseinheiten sind die Klosterneuburger Mostwaage, Grad Baumé und Grad Brix.
OechslewaageDie Oechslewaage ist ein Gerät zur Messung des Mostgewichtes beziehungsweise der Oechslegrade von Flüssigkeiten. Sie besteht aus einem stabförmigen zylindrischen Hohlgefäss, das am Ende mit einem Bleigewicht oder Quecksilber beschwert ist. Die Oechslewaage wird in die zu messende Flüssigkeit getaucht und schwimmt dann senkrecht stehend darin und sinkt je nach deren Dichte unterschiedlich weit ein. Mit der Oechslewaage kann anhand des Zuckergehalts in der Maische die voraussichtliche Alkoholausbeute abgeschätzt werden. Sie ist zudem ein wichtiges Hilfsmittel für die Kontrolle des Gärverlaufs und zur Bestimmung des Endvergärungsgrades.
Oenococcus oeniOenococcus oeni ist ein Bakterium aus der Ordnung der Milchsäurebakterien (Lactobacillaceae). Es ist beim biologischen Säureabbau verantwortlich für die Umwandlung von Apfel- in Milchsäure und gedeiht bei Temperaturen um die 20° Celsius.
PapierchromatographDie in Weinen enthaltenen Säuren werden durch aufsteigende Dünnschichtchromatographie voneinander getrennt. Nach dem Trocknen des Chromatogramms lassen sich die einzelnen Säuren mittels des im Laufmittel enthaltenen Farbindikators als gelbe Flecken auf blauem Untergrund erkennen und aufgrund eines gleichzeitig aufgetragenen Säuregemisches leicht identifizieren. Das Papierchromatogramm wird zur Verlaufskontrolle des biologischen Säureabbaus erstellt.
PektinasenPektine kommen in der Zellwand in der Mittellamelle und in der Primärzellwand vor. Pektinasen sind Enzyme, die die Pektinmittellamelle der pflanzlichen Zellwand abbauen. Pektinasen können somit zur Klärung oder Entschleimung von Most verwendet werden.
pH-WertDer pH-Wert ist ein Mass für die Stärke der sauren beziehungsweise basischen Wirkung einer wässrigen Lösung.
Primärfrucht / PrimäraromenUnter Primärfrucht oder –aromen werden die primärfruchtigen Aromen im Wein verstanden. Diese entstehen bereits in den Beeren und sind nur ausgeprägt bei voll reifem Lesegut. Bei den Traubensorten Sauvignon blanc und Gewürztraminer sind diese Aromen besonders ausgeprägt.
R2 Lalvin
ReduktivWird ein Wein während einer Degustation als reduktiv wahrgenommen bedeutet dies, dass leichte Böckser-Noten auszumachen sind. Diese können teilweise durch Sauerstoffzufuhr gänzlich beseitigt werden. Unter reduktivem Ausbau eines Weines ist ein Keltern, Ausbauen und Abfüllen des Weines unter bestmöglichem Sauerstoffabschluss zu verstehen. Das Gegenteil ist ein oxitativer Ausbau.
RefraktometerEin Refraktometer ist ein optisches Messgerät, mit dem der Zuckergehalt von Most bestimmt werden kann. Das Prinzip der Messung beruht auf der Brechung des Lichtes (gebrochen lateinisch: fractus) die durch Art und Konzentration der gelösten Stoffe (beispielsweise Zucker) entsteht. Der Refraktometer misst also die Dichte von Flüssigkeiten. Je höher die Dichte einer Flüssigkeit ist, umso stärker ist die Brechung. Ein Refraktometer kann zur Bestimmung des Mostgewichtes auf Oechslegrade geeicht werden. Für diese Anwendung gibt es Taschenrefraktometer, die der Winzer im Weinberg mitführen kann.
Rehydrieren
ReinzuchttrockenhefeZur Herstellung von alkoholischen Getränken wie Wein oder Bier verwendet man üblicherweise Reinzuchthefen. An der Oberfläche von Trauben und Früchten befinden sich zwar bereits natürlich Hefen, aber ausschliesslich diesen die Gärung zu überlassen kann unangenehme Folgen haben. Bei den natürlichen Hefen handelt es sich immer um ein Gemisch von Hefen. Welche Hefe sich im Ansatz letztendlich durchsetzt ist also ungewiss, somit ist auch die Qualität und der Geschmack des Endproduktes mehr oder weniger zufällig. Aus diesen Gründen verwendet man Reinzuchthefen, das heisst man wählt einen geeigneten Hefestamm und überlässt die Gärung nicht dem Zufall.
RestsüsseDie Restsüsse oder Restzucker eines Weines lässt sich durch Gärungsunterbrechung oder Zugabe von unvergorenem Traubenmost kurz vor der Abfüllung erreichen. Die Restsüsse bezeichnet den Zuckeranteil im Wein und wird in Gramm pro Liter angegeben.
Rhône 2323 Lalvin
SchichtenfilterBei der Schichtenfiltration werden Filterschichten zur Klär-, Fein- oder Sterilfiltration von Weinen verwendet. Die cirka 4-5 mm dicken Filterschichten werden im Schichtenfilter zwischen Platten mit Trub- und Klarseiten eingesetzt. Die Wirkungsweise setzt sich aus der Siebwirkung und einer zusätzlichen adsorptiven Komponente zusammen.
Schwefelschnitte
Schweflige SäureElementarer Schwefel (S) wird bei der Verbrennung zu SO2-Gas, welches in Wasser eingeleitet schweflige Säure (H2SO3) ergibt. Die schweflige Säure hat folgende Aufgaben im Most/Wein:
Eine Gabe von 1 dl schweflige Säure (5%) auf 1 hl Wein ergibt einen Einbrand von 50 mg/l.
SchwundSchwund ist die Bezeichnung für den durch Verdunstung entstehenden Flüssigkeitsverlust in einem Weinbehälter, der vor allem bei Behältern aus Holz aber auch bei Flaschen vorkommt. Neben der Beschaffenheit des Behälters spielt die Luftfeuchtigkeit eine wichtige Rolle für den quantitativen Umfang des Schwundes.
S’Fässli
SpundAls Spund wird bei Fässern oder Tanks der Zapfen bezeichnet, mit dem das Spundloch verschlossen wird. Das Spundloch ist die Öffnung zum Befüllen und Entleeren eines Fasses.
Spundvoll
Stande
SterilfiltrationDurch die Sterilfiltration können Mikroorganismen (Entkeimung) durch entsprechende Filter aus dem Wein entfernt werden.
Stösseln
SüssteilDer Süssteil bezeichnet die während einer Degustation im Gaumen wahrgenommenen süssen oder süss wirkenden Komponenten im Wein, welche aus effektiver Restsüsse, Alkohol, oder Glycerin bestehen kann.
TitrationDie Titration oder Volumetrie ist eine Methode der quantitativen Analyse in der Chemie. Mit einer Bürette wird zu einer Probelösung (Titrand) ein Reagenz bekannter Konzentration hinzugetropft, bis die Äquivalentstoffmengen gleich sind und der in der Probelösung enthaltene Indikator sich färbt («Äquivalenzpunkt» = sprunghafter Anstieg der Titrationskurve). An der Bürette wird das verbrauchte Volumen abgemessen und über stöchiometrische Umrechnungen die Menge oder die Konzentration des gesuchten Stoffes berechnet.
Trester
TresterkuchenDer Tresterkuchen entsteht während der alkoholischen Gärung und besteht aus einer Mischung aus Trauben, Kernen und Rappen, die durch an ihnen haftender Kohlensäure an die Oberfläche der Maische gedrückt werden. Der Tresterkuchen muss durch periodisches Stösseln wieder mit der Maische vermischt werden.
Trockenkonservierung
UmzugEin Umzug bezeichnet das Umpumpen von Wein von einem Behälter in einen anderen. Bei Weinen mit einem Böckser kann während oder kurz nach der Gärung ein offener Umzug durchgeführt werden. Dabei lässt man den Wein in einen offenen Behälter plätschern. Durch den so eingetragenen Sauerstoff kann oftmals ein Teil der Böckseraromatik aus dem Wein entfernt werden.
Vakuumkorkschloss
W15 Lalvin
W27 Lalvin
WeinsäureDie Weinsäure ist die wichtigste der im Most und Wein vorkommenden Säuren, deren Anteil mit steigender Reife zunimmt. Die Weinsäure wird unter bestimmten Umständen (zum Beispiel Kälte) teilweise als Weinstein ausgeschieden.
Weinstein
WeinsteinausfallKaliumhydrogentartrat (Weinstein) fällt aus (Auskristallisierung), wenn ein Überschuss der Bindungspartner Weinsäure und Kalium im Wein vorliegt. Alkoholgehalt und Temperatur beeinflussen den Ausfall hauptsächlich. Die Stabilisierung der Weine erfolgt durch Kältebehandlung während einer bestimmten Zeit meist im Anschluss an den BSA (biologischer Säureabbau).
Weintechnologe